Nicht mit uns! Wie die Betrüger vorgehen

 

Immer wieder liest man in der Zeitung eine Meldung darüber, wie Betrüger mit ganz miesen Tricks vor allem die ältere Generation um ihr Hab und Gut gebracht haben. Der erste Eindruck macht die so genannten Trickbetrüger und Trickdiebe zu sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen, bei Bedarf auch zu hilflosen Menschen, doch das gehört zu ihrer Taktik. Das ist alles nur gespielt, damit Sie als gutmütiger Mensch in die Falle tappen. Nicht selten feilen die Betrüger an so einer Taktik mehrere Wochen. Jeder mögliche Verlauf der Situation wird dabei bis ins Detail geplant, damit sie so überzeugend wie nur möglich bei Ihnen ankommen. Seien Sie also stets auf der Hut.

Der Trickbetrug beziehungsweise Trickdiebstahl besteht in der Regel aus zwei Komponenten: zum einen aus einem Ablenkungsmanöver und zum anderen aus einem durch das Manöver entstehenden "Freiraum". Durch diesen wird ein verdeckter Zugriff auf das Hab und Gut der Opfer ermöglicht. Dabei werden die Betrüger und Diebe zunehmend dreister, aber auch zunehmend einfallsreicher, was ihre Maschen angeht. Manche "arbeiten" alleine, andere in Zweier- oder Dreiergruppen. Da ältere Menschen oft alleine leben und sich daher über soziale Kontakte wie einfache Gespräche freuen, sind sie leider auch die beliebtesten Opfer der Betrüger. Zudem sind viele auch nicht mehr so fit wie einst, woran ihre Selbstsicherheit leiden kann. Und das nutzen die Täter schamlos aus. Meistens sind die Betrüger sehr freundlich, zuvorkommend und gut gekleidet. So fällt es ihnen besonders leicht, das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Ihre beliebtesten Tricks sind "die falsche Amtsperson" und "der falsche Handwerker", vorgetäuschte Notlagen, der "Glas-Wasser-Trick" sowie der "Verwandten-Trick". Alle diese Tricks haben gemeinsam, dass sie alle vor beziehungsweise in der Wohnung ihrer Opfer stattfinden. Die Täter folgen ihren Opfern bis nach Hause, wenn sie zum Beispiel gesehen haben, wie sie Geld bei der Bank abgehoben haben. Oder sie schauen auf die Namensschilder an den Haustüren und suchen gezielt nach älteren Vornamen. Oft geben sich die Betrüger auch als sehr hilfsbereit aus, indem sie beispielsweise älteren Leuten anbieten, ihre schweren Einkaufstaschen für sie nach Hause zu tragen.

Die Betrüger haben alle das Ziel, in die Wohnungen ihrer Opfer zu gelangen. Aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft beziehungsweise ihrer Notlage erhoffen sie sich eine Einladung in die Wohnung, um sich dort ruhig umsehen und anschließend zuschlagen zu können. Weiterhin suchen sich die Betrüger ihre Opfer in Treppenhäusern, in Cafés, in Supermärkten, auf den Straßen oder am Telefon aus. In Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern etwa geben sie vor, gerade neu einzuziehen. Leider besitzen sie jedoch keine Bohrmaschine und möchten sich dementsprechend eine ausleihen. Die Opfer sehen ihre Bohrmaschine beziehungsweise anderes Eigentum, das sie verliehen haben, nie wieder. Viele Betrüger rufen auch vorher ihre Opfer an. Sie durchforsten das Telefonbuch und suchen auch dabei gezielt nach älteren Vornamen inklusive der Anschrift. Am Telefon spielen sie dann meistens einen Verwandten. Beim beliebten "Enkeltrick" zum Beispiel geben sich die Täter als Enkel aus, der sich beispielsweise einen neuen Fernseher wünscht. Sobald die Opfer Geld für die Sache geben möchten, ist der "Enkel" verhindert, das Geld selbst abzuholen und schickt einen Freund vorbei. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass nicht jeder gleich ein Betrüger sein muss. Es gibt auch noch ehrliche Menschen, die wirklich ihre Hilfe anbieten möchten beziehungsweise ohne betrügerische Absichten Hilfe benötigen. Mit der nötigen Menschenkenntnis und Lebenserfahrung, die gerade ältere Menschen haben dürften, lassen sich Betrüger schnell entlarven.

Die vorgetäuschte Notlage

Seien Sie in jedem Fall skeptisch, wenn zum Beispiel eine schwangere Frau ausgerechnet vor Ihrer Tür umkippt, vorher aber noch klingeln konnte. Sie rennen zum Telefon, lassen dabei die Haustür offen und ein Komplize eignet sich in der Zeit Ihren Eigentum an. Wenn Sie zurückkommen, sind beide verschwunden. Gerne wird dabei auch einfach nur nach einem Glas Wasser oder nach Zettel und Stift für eine Notiz an den Nachbarn gefragt. Schließen Sie in jedem Fall erst die Haustür, bevor Sie den Notarzt rufen beziehungsweise die erbetenen Sachen holen. Ebenfalls behaupten sie oftmals, ein Bekannter eines Verwandten von Ihnen zu sein, der angeblich in Not sei und nun viel Geld benötige.

Die falsche Amtsperson

Wenn ein Polizist (oder eine andere Amtsperson) bei Ihnen klingelt, lassen sie sich in jedem Fall seinen Dienstausweis zeigen. Wenn Sie weiterhin zweifeln, ist das Ihr gutes Recht, denn einen Ausweis zu fälschen ist mithilfe der heutigen Technik ein Kinderspiel. Zumal Sie auch nicht unbedingt wissen, wie ein echter Dienstausweis aussieht. Rufen Sie bei verschlossener Tür beim entsprechenden Amt an und vergewissern Sie sich, ob dieser Besuch seine Richtigkeit hat. Wenn es so ist, dann werden die jeweiligen Personen auch Verständnis dafür aufzeigen. Rufen Sie jedoch nicht unter der Telefonnummer an, die Ihnen die Personen mitteilen. Im Zweifelsfall immer die Notrufnummer 110 anrufen.

Der falsche Handwerker

Wenn ein Handwerker unbestellt bei Ihnen klingelt, so fragen Sie zunächst Ihren Vermieter, ob er ihn bestellt hat. Wenn dies nicht so ist, rufen Sie im Zweifelsfall immer die Polizei. Die "angeblichen" Handwerker können sehr überzeugend sein. Beispielsweise möchten sie "nur gerade einmal den Stand Ihres Stromzählers ablesen". "Echte" Handwerker kommen nicht einfach so bei Ihnen klingeln. In der Regel kündigen sie sich telefonisch oder durch einen Hinweiszettel im Hausflur an. Wenn Sie trotzdem einmal einen nicht bestellten Handwerker in Ihre Wohnung lassen, schließen Sie danach die Tür. Somit hat ein eventueller Komplize nicht die Möglichkeit, Zugang zu bekommen. Lassen Sie den Handwerker nie allein in einem Zimmer. Bezahlen Sie die Handwerker niemals sofort. Lassen Sie sich eine Rechnung schicken und prüfen Sie anschließend die angegebene Firma auf Ihre Existenz.

Tipps für Ihre Sicherheit:

  • Öffnen Sie nicht sofort die Tür, wenn es klingelt. Fragen Sie von innen, wer da ist und was er möchte und legen Sie den Sicherheitsbügel vor, wenn Sie die Tür anschließend öffnen. Ein Glas Wasser oder ähnliches lässt sich durch den Spalt anreichen. (Wenn Sie keinen Sicherheitsbügel besitzen, ist es sehr ratsam, diesen installieren zu lassen.)
  • Sie müssen niemanden in Ihre Wohnung lassen, auch wenn diese das behaupten. Ein Kontrollanruf kann dabei weiterhelfen. Sind Sie unsicher, so rufen Sie einen vertrauten Nachbarn zu Hilfe.
  • Geben Sie am Telefon nicht Ihre persönlichen Daten bekannt. Lassen Sie sich im Telefonbuch nur mit Nachnamen und ohne Anschrift eintragen, zum Beispiel A. Schmidt. Das gleiche gilt für Ihr Namensschild an der Haustür.
Kategorie: News & Tipps

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